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In
Goßmar (b. Luckau) wird die Architekturgeschichte eines Bauerndorfes
erlebbar gemacht. Die Goßmarer Dorfansichten entstanden aus dem Willen
der Goßmarer, die architektonische Vergangenheit ihres Dorfes zu
bewahren und sie künftigen Generationen zu erhalten - nicht in Form
eines Museumsdorfes, sondern als lebendiges und nutzbares Erbe.
Getragen vom Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken e.V., ist
in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Architektur der
Fachhochschule Lausitz eine Ausstellung entstanden, die sich der
Betrachter im Spaziergang durch das Dorf erschließt. Sie dokumentiert
und illustriert die architektonischen Veränderungen eines typisch
Niederlausitzer Bauerndorfes für einen markanten Abschnitt der
Dorfstraße und richtet aus der Betrachtung der Vergangenheit und
Gegenwart heraus den Blick auf die Zukunft Goßmars. Mit neun Tafeln im
Dorfkern werden Besucher mit der Goßmarer Siedlungsgeschichte, den
typischen Niederlausitzer Siedlungs-, Hof- und Hausformen vertraut
gemacht und können die Veränderung der dörflichen Architektur in den
vergangenen 100 Jahren ganz greifbar im Vergleich zwischen historischer
Abbildung und existierendem Haus erleben.
Auf der Grundlage von historischem Bildmaterial und Katasterunterlagen
haben Studierende der Fachhochschule Lausitz in ausgewählten
Straßenbereichen den historischen Zustand vieler Goßmarer Hausfassaden
des frühen 20. Jahrhunderts rekonstruiert.
Von den Studierenden aus dem zweiten Semester des Masterstudiengangs
Architektur der FH Lausitz in Cottbus wurden im Wintersemester 2005/2006
unter Projektbetreuung der Lehrkräfte aus dem Studiengang Architektur
Barbara Ingenweyen und Anette Schwarz im Dorf Aufmaßarbeiten
durchgeführt und Bestandszeichnungen erstellt. Unter Projektbetreuung
von Hanne Sommer gestalteten die Studierenden von April bis Juni 2006
die Ausstellungstafeln.
Auch wenn die Goßmarer ihre Fotoalben großzügig öffneten, entstanden
mangels durchgängigen Bildmaterials keine Momentaufnahme für einen
exakten Zustand, sondern viele historische Schnappschüsse.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Zukunftsüberlegungen, die im Dorf
selbst angestellt worden sind. Mit perspektivischen Skizzen stellt der
in Goßmar ansässige Maler und Architekt Uwe Mücklausch provozierende
Fragen. Sie sollen zur Diskussion darüber anregen, wie die
Niederlausitzer Dörfer trotz Leerstands, Überalterung und Wegzug zu
einer sinnvollen Zukunft finden können.
Eine wichtige Erkenntnis hat man in Goßmar schon heute gewonnen: der
Vergleich zwischen aktuellem und historischem Baubestand zeigt, dass
nicht nur verändernde Lebensumstände und Nutzungsanforderungen, sondern
auch Zeitgeschmack und steigender Wohlstand stetigen Wandel für die
Gebäude des Dorfes bedeuten. Das vielfach zitierte Dorfidyll der
Vergangenheit hat es auch in der Architektur nicht gegeben.
Die Ausstellung findet im Rahmen des Kulturland Brandenburg Jahres 2006
zur Baukultur statt. Kulturland Brandenburg 2006 wird gefördert durch
das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das
Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg mit
Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen gemeinsam mit der
ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg.
Quelle: www.uni-protokolle.de
vom 06.07.2006 Fachhochschule Lausitz |
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